Die Höhenkrankheit: Alles zum Thema und wie Ihr sie vermeidet

Geschrieben von Mariana Gonzalez am

Städte: Cusco, Huaraz, Puno, Arequipa // Kategorie: Reisetipps in Peru // Lesezeit: 7 min  

 

Die Höhenkrankheit ist ein Thema, das viele Reisende beunruhigt, bevor sie in höhere Städte wie Cusco (3400 m) oder Puno (3827 m) gelangen. Besonders beim Lesen von Rezensionen und Kommentaren im Internet findet Ihr viele Leute, die sich über Übelkeit beklagen oder mit starken Kopfschmerzen im Bett lagen.

Das ist wahrscheinlich das Letzte, was Ihr möchtet, wenn Ihr über die schönen Orte nachdenkt, die Ihr in den peruanischen Bergen besuchen könnt, wie z.B. PalccoyoVinicunca oder Humantay.


Aussicht auf den Vinicunca Regenbogen Berg auf über 5000 m 

 

Um euch zu helfen, die Höhenkrankheit und ihre Syndrome besser zu verstehen, haben wir viel recherchiert, mit unseren Kunden gesprochen und Informationen von Einheimischen gesammelt.

Dieser Artikel hilft euch zu verstehen, was die Höhenkrankheit ist, was die typischen Symptome sind und was zu tun ist, um sie zu vermeiden.

 

Was ist die Höhenkrankheit?

Die Höhenkrankheit ist ein körperliches Unbehagen, das normalerweise auftritt, wenn ein hoch gelegener Ort besucht wird ohne dass sich vorher ausreichend akklimatisiert wird. In Peru gehören Cusco, der Colca Canyon in Arequipa, Huaraz oder Puno zu beliebten Touristenzielen, die alle sehr hoch liegen.

 

Couple walking on the alternative rainbow mountain palccoyo

  Der Alternative Regenbogenberg Palccoyo in Cusco auf 4900 m.

 

Die meisten Reisenden, die von der Höhenkrankheit betroffen sind, kommen mit dem Flugzeug von einem niedriger gelegenen Ort mit höheren Temperaturen. Dies ist auf die plötzlichen Änderungen der Höhe und des Klimas zurückzuführen, da die Luft dünner und das Wetter kälter ist.

 

Was sind die Symptome?

Die meisten Menschen erkranken in der Regel zwischen 6 und 24 Stunden nach Erreichen einer Höhe von mehr als 3000 m an der Höhenkrankheit.

Einige der typischen Symptome der Höhenkrankheit sind:
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Müdigkeit
  • Atembeschwerden / Kurzatmigkeit
  • Kein Appetit
Das klingt nicht wirklich nach schönen Ferien, oder? Die durchschnittliche Dauer der Höhenkrankheit liegt bei zwei bis drei Tagen. Das ist normal, da die Akklimatisierungszeit für einen Reisenden in Peru ungefähr zwei Tage beträgt.
Aber keine Sorge, es gibt immer eine Lösung. In diesem Fall ist die richtige Vorbereitung ein extrem wichtiger Faktor.

Es gibt bestimmte Tipps, die Ihr befolgen könnt, um die Höhenkrankheit zu vermeiden. Diese Tipps sind Empfehlungen von Einheimischen und Reisenden, die eine tolle (oder nicht so tolle) Zeit im peruanischen Hochland verbracht haben.

 

Girl hands up in front of Humantay Lake and snow-capped mountains in background

Der Humantay Lake auf 4200 m. 

 

Die Höhenkrankheit und ihre Symptome vermeiden

Medizin einnehmen

Einige der meist genutzten Tabletten zur Vorbeugung und Behandlung der Höhenkrankheit und ihrer Symptome sind:

  • Acetazolamid (unter dem Namen Diamox vertrieben) zur Vorbeugung und Behandlung der Höhenkrankheit
  • Soroche Tabletten (eine sehr beliebte Tablette bei Peruanern)
  • Ibuprofen und Paracetamol zur Behandlung von Kopfschmerzen
  • Gravol oder Promethazine zur Behandlung von Übelkeit

Ihr solltet Diamox- oder Soroche-Pillen 1-2 Tage vor der Reise bzw. vor dem Aufstieg einnehmen, um die Höhenkrankheit zu vermeiden. Ihr solltet jedoch trotzdem vorsichtig sein und stückweise an Höhe gewinnen.

Wenn Ihr das Gefühl habt, die oben genannten Symptome zu bekommen, obwohl Ihr Medikamente eingenommen habt, wird empfohlen, sich auszuruhen oder abzusteigen bzw an einen niedriger gelegenen Ort zu gehen, bis Ihr euch besser fühlt. Die Tabletten sind in jeder Apotheke erhältlich und höchstwahrscheinlich können euch auch die Mitarbeiter eures Hotels / Hostels weiterhelfen.

Wir empfehlen euch, dass Ihr euch um Medizin kümmert bevor Ihr in große Höhen reist, sodass Ihr die Symptome so weit wie möglich verhindern könnt. Sprecht vor Reiseantritt mit eurem Arzt, damit er euch persönliche Empfehlungen geben könnt. Außerdem solltet Ihr den Beipackzettel gründlich durchlesen.

 

Kokatee trinken oder Kokablätter kauen

Der Kokatee (Mate de Coca) ist der beliebteste Tee im peruanischen Hochland. Wenn Ihr selbst einen Kokatee zubereiten möchtet, müsst Ihr nur einige Kokablätter in heißes Wasser geben, einige Minuten warten und nach Belieben etwas Süßstoff hinzufügen.

WichtigVermeidet das Trinken von Kokatee, wenn Ihr arbeitsbedingte Drogentests machen müsst. Es ist möglich, dass ein Drogentest positiv ausfällt, auch wenn die Blätter nur sehr geringe Mengen an Kokain enthalten.

Bei Einheimischen ist das Kauen von Kokablättern weit verbreitet. Es gehört zu ihrer Kultur und sie sagen, dass sie sich besser konzentrieren können. Wir haben es bei mehreren Wanderungen ausprobiert, wie zum Beispiel bei der Rainbow Mountain Vinicunca Tour und es hat uns definitiv geholfen.

Ihr könnt die Kokablätter auch in Form von Keksen oder Süßigkeiten in jedem Touristengeschäft finden. Sie sind der perfekte Snack für unterwegs.

 

Gewöhnt euch Schritt für Schritt an die Höhe

Normalerweise braucht euer Körper ein paar Tage, um sich an die neue Höhe zu gewöhnen. Deshalb solltet Ihr euch 2-3 Tage Zeit nehmen, um euch daran zu gewöhnen. Wenn Ihr in Cusco ankommt, ist es eine gute Idee, zuerst das Heilige Tal und Machu Picchu zu besuchen, bevor Ihr Wanderungen in den Bergen unternehmt, wie beispielsweise zu den Regenbogenbergen oder zum Humantay-See sind niedriger gelegen. Eine Tour, die all das anbietet, ist die Das Beste von Cusco in 4 Tagen Tour.

Als allgemeine Faustregel gilt: Vermeidet mehr als 300-500 m pro Tag an Höhe zu gewinnen beim Wandern und legt alle 600 - 900 m oder alle 3-4 Tage einen Ruhetag ein.

 

Coca tea with Peruvian mountains in the back

Einen Kokatee in den Anden genießen.

 

Trinkt viel Wasser

Zusätzlich zu eurem normalen Wasserkonsum könnt Ihr 1,5 l hinzufügen. Es ist sehr wichtig, dass Ihr euren Körper mit Feuchtigkeit versorgt.

 

Vermeidet Alkohol und Sport

Vermeidet Alkohol, Rauchen und jegliche anstrengende körperliche Betätigung, bis Ihr euch nach ein paar Tagen an die Höhe gewöhnt habt.

 

Esst fettarme Gerichte

Suppen, Reis, Pasta, Kartoffeln, Brot, Obst und Hühnchen sind gute fettarme Gerichte und geben eurem Körper die Energie, die er benötigt. Es wurde bewiesen, dass kohlenhydratreiche Diäten die Stimmung verbessern, aber achtet darauf, dass Ihr auch etwas mageres Eiweiß, wie Hühnchen, und einige gesunde Fette wie Avocado, Nüsse usw. dazu mischt.

Kohlenhydrate sind gut, weil sie weniger Sauerstoff für den Stoffwechsel benötigen als Fett und Eiweiß.

Vermeidet es, cremige oder sehr salzige Speisen zu essen, da euer Körper mehr Zeit benötigt, um diese sie zu verdauen. Salzige Mahlzeiten führen beispielsweise zu einer schnelleren Austrocknung eures Körpers.

Wichtig: Viele Reisende haben nach ihrer Ankunft wegen der Höhe kaum bzw. überhaupt keinen Hunger. Infolgedessen verbrauchen sie bis zu 40% weniger Kalorien als sonst. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Ihr bei Ihrer Ankunft am Zielort ausreichend esst, auch wenn Ihr keinen Hunger verspürt.

 

Holt euch Agua de Florida (Kölnisch Wasser)

Agua de Florida ist eine kleine Flasche gelbes Kölnischwasser aus verschiedenen Kräutern. Das Einatmen soll bei Höhenschwierigkeiten, Kopfschmerzen und Atemproblemen helfen.
Unter den Einheimischen ist es eine berühmte Medizin. Ihr findet es in Apotheken, kleinen Läden und auf Märkten.

 

Kauft Oxishot

Oxishot ist eine kleine Entladung, die bis zu 8 l Sauerstoff enthält. Es hilft euch Kopfschmerzen, Müdigkeit und Atemprobleme zu lindern. Ihr könnt es in Apotheken oder kleinen Läden in Cusco für etwa S / 45 (ca. 14 $) kaufen.

 

Exploor Peru Guide Carlos at Maras Salt Mines Cusco

Unser guide Carlos erklärt mehr über die Salzterrassen in Maras.

 

Wenn Ihr all dies berücksichtigt und die Empfehlungen befolgt wird die Höhenkrankheit hoffentlich kein Problem für euch sein, während Ihr in Peru seid.
Es ist entscheidend, dass Ihr euch richtig vorbereitet und die Höhenkrankheit ernst nehmt, da dies möglicherweise der entscheidende Faktor sein kann, ob euer Urlaub unglaublich gut oder unglaublich schlecht ausfällt.

Falls Ihr eine weitere Empfehlung oder Erfahrung im Zusammenhang mit der Höhenkrankheit habt, würden wir uns freuen, in den Kommentaren darüber zu lesen.




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18 Kommentare

Veröffentlich am von Jakob

Diese Tipps waren soooo hilfreich. Ich sitze gerade am Flughafen von Cusco, bevor es in Richtung Zürich geht und ich wollte mich für eure Hilfe bedanken. Gut das ich diese Tipps angewendet habe, ansonsten hätte ich meine Zeit in Peru im Bett verbracht. Danke Exploor!

Veröffentlich am von Jonathan

Thanks for sending us the helpful article, Erik. This is really useful as I am a pilot and I can’t afford to have problems with “coca” in my urine for the regular drug tests and I also don’t want to spend 4 days sick in bed when I’m in Cusco lol. Take care and see you soon in Cusco!

Veröffentlich am von Brock McIntosh

In 2012, researchers began studying the use of ibuprofen as prevention and treatment for high altitude sickness. In 2017, a meta-analysis of those studies was conducted (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5478153/). It found that taking a dose of 600 mg of ibuprofen 3 times daily significantly reduced the chances of getting high altitude and the severity of the sickness for those who did get sick while taking the ibuprofen. It’s cheaper and more readily available than some of the other high altitude pills out there, and its side effects aren’t as bad. And as always, drink lots of water!

Veröffentlich am von Erik at exploor

Thank you, Manuel. Glad that I could help and I’m sure it will make your time in Cusco easier! Have a great time over there!


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